AHAUS. Für Marylouise Ganaway war es ein besonderes emotionales Erlebnis. Ihr Ahaus-Besuch war für die Frau aus North Charleston, South Carolina (USA), eine Reise in die Heimat ihrer Urgroßeltern, die vor fast 150 Jahren Ahaus verlassen hatten.

Im September nahm Marylouise Ganaway Kontakt mit Alfons Nubbenholt, Sprecher AG Westmünsterland Genealogie und zweiter Vorsitzender Heimatverein Ahaus, auf. Sie berichtete über ihre Urgroßeltern Johann Hermann Heinrich und Catharina Stücker geb. Ader aus Ahaus und bat darum, bei der Erforschung der Familiengeschichte behilflich zu sein. In dieser Woche dann erhielt Nubbenholt Besuch von Marylouise Ganaway, die mit Ehemann und Tochter nach Ahaus gereist war, um die Heimat ihrer Vorfahren zu besuchen.



Marylouise Ganaway und Alfons Nubbenholt.
mlz-foto

Bei einem Rundgang mit Alfons Nubbenholt durch die Stadt waren auch das Schloss und die Räume des Heimatvereines ein Ziel. Daran schloss sich ein Spaziergang zur Kirche St. Mariä Himmelfahrt, in der die Kinder der Familie Stücker getauft wurden, an. Weiter ging es zur Wallstraße, dem ehemaligen Wohnort der Vorfahren, wo es zu einer angeregten Diskussion über die damaligen Lebensumstände kam. „Die ganze Familie war emotional sehr berührt, zu sehen wo ihre Vorfahren geboren, gelebt und gearbeitet haben“, berichtet Alfons Nubbenholt von dem Treffen.

Wie der Heimatforscher berichet, waren die Besucher aus den Staaten überrascht darüber, dass man nach so langer Zeit, immerhin 149 Jahre, noch ziemlich genau sagen kann, wo die Familie gelebt hat und wie schnell diese Informationen zur Verfügung standen.

1866 Ahaus verlassen
„Von Ahaus waren sie wegen der Sauberkeit und Ordnung angetan“, schildert Nubbenholt weiter. Ebenso fanden die Besucher beeindruckend, dass das Schloss mitten in der Stadt steht.

Die Urahnen wanderten Marylouise Ganaway im Juli 1866 über Bremen mit dem Schiff „Bremen“ nach New York aus. Alfons Nubbenholt konnte durch seine Forschungen belegen, dass die Eltern Johann Hermann Stücker und seine Ehefrau Catharina Ader gnt. Recklinghausen und deren vier Kinder Joseph Henrich, Bernard Carl, Clemens Hermann und Conrad Carl in Ahaus wohnten und die Kinder auch hier in Ahaus geboren wurden. Zwei weitere Kinder sind im frühen Kindesalter verstorben.

Die Familie blieb nach der Überfahrt nicht lange in New York, sondern reiste weiter nach Cincinnati (Ohio), wo es eine Deutsche Gemeinde gab. Laut der mündlichen Überlieferung zog die Familie weiter nach Louisville in Kentucky.

Johann Hermann Stücker arbeitete in Ahaus als Schneider und führte diesen Beruf in den USA weiter. Joseph Heinrich übernahm den Beruf des Vaters und arbeitete später mit seinen zwei Söhnen ebenfalls als Schneider. Der Sohn Conrad Carl ergriff den Beruf des Druckers in Louisville und war erfolgreich in der Werbebranche. Der Sohn Bernhard Carl arbeitete als Farmer und bewirtschaftete eine große Farm. Clemens Heinrich arbeitete ebenfalls als Schneider.

Quelle: Münsterland Zeitung 10.01.2015

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