Rätselhafte Wallanlage am Kamener Kreuz - LWL-Altertumskommission veröffentlicht Broschüre zur Bumannsburg

Ortskundige kennen sie unter dem Namen "Römerlager", die alte Burg, die sich im Winkel zwischen A1 und A2 im Wald bei Bergkamen-Rünthe verbirgt. "Römisch" ist hier aber nichts, die Bezeichnung nimmt Bezug auf die Hoffnung früher Altertumsforscher aus dem 19. Jahrhundert, hier eines der Römerlager des Varus entdeckt zu haben. Archäologische Ausgrabungen und Funde belegen inzwischen, dass die Befestigungsanlage aus dem frühen Mittelalter stammt. Unter dem Titel "Die Bumannsburg bei Bergkamen-Rünthe" stellt ein 36-seitiges Heft der Altertumskommission beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Wallanlage vor.

Freigelegt haben die Archäologen aufwendige Holzkonstruktionen, die ursprünglich als Gerüste für Erd- und Steinaufschüttungen die Mauern stützten. Davon ist heute nur noch wenig zu sehen. Auch der Sandabbau seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hat wesentlich dazu beigetragen, dass heutzutage viel Fantasie nötig ist, um die ehemals wehrhafte Befestigung noch zu erahnen.

Zwar steht die Burganlage heute unter Denkmalschutz, aber das scheint BMX-Fahrer nicht zu kümmern, die die Wälle für ihren Fahrspaß missbrauchen. "Die Gefahr ist groß, dass die letzten Reste des mehr als 1000 Jahre alten Bauwerks - vielleicht unwissentlich - Opfer dieses Freizeitvergnügens werden", sagt Julia Menne, frühere Mitarbeiterin der LWL-Altertumskommission für Westfalen. "Über die Burg zu informieren und eine Vorstellung davon zu geben, welche Bedeutung sie in der Kulturlandschaft einnimmt, könnte eine erste grundlegende Maßnahme sein, um der Zerstörung Einhalt zugebieten", so die Autorin des Heftes weiter. Die Archäologin war schon als Kind von den rätselhaften Wällen fasziniert. Inzwischen besitzt sie das archäologische Rüstzeug, um die erhaltenen Spuren zu deuten. Sie hat alle historischen Informationen zusammengetragen und ihre Erkenntnisse, bisher unbekannte Fotos sowie alte und neue Pläne in dem Heft der Reihe "Frühe Burgen in Westfalen" publiziert. Konzipiert als kulturhistorischer Wanderführer ermöglicht die 36-seitige Broschüre einen neuen Blick auf die Reste der alten Burganlage, "hoffentlich mit hemmender Wirkung auf moderne Zerstörer", so Menne.

Das Heft ist bei der LWL-Altertumskommission, den archäologischen Museen des LWL und über den örtlichen Buchhandel erhältlich.

INFO
LITERATUR

Julia Menne
Die Bumannsburg bei Bergkamen-Rünthe, Kreis Unna Heft 37 der Reihe "Frühe Burgen in Westfalen",
36 Seiten, 26 Abbildungen, ISSN 0939-4745,
Preis: 3,50 Euro zzgl. Porto und Verpackungspauschale
Bezug: Altertumskommission für Westfalen, An den Speichern 7, 48157 Münster,
Telefon: 0251/591-8990, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

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