Die Überlieferung von "Testamentsakten" der Vorläuferbehörden der Amtsgerichte in der Abteilung Westfalen des Landesarchivs NRW ist sehr umfangreich und beläuft sich auf insgesamt nicht weniger als 59.000 Einzelakten. Überwiegend bisher noch nicht digitalisiert und nur im Original im Lesesaal einsehbar, erweitert sich die Nutzung schrittweise nun auch in den digitalen Raum.
Bereits digitalisiert stehen nunmehr die Testamentsakten der Land- und Stadtgerichte aus dem 19. Jahrhundert zur Einsicht und zum Download im Portal Archive.NRW zur Verfügung - von "Q 301t/ Land- und Stadtgericht Ahaus-Testamente" bis "Q 325t/ Land- und Stadtgericht Hagen-Testamente". Weitere Bestände werden folgen.
Die Testamente und Erbverträge wurden unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Gesellschaftsschicht von Jedermann errichtet. Adelige, Fabrikbesitzer, Bürgermeister und Geistliche finden sich neben Bauern, Ackermännern, Knechten, Schneidern, Webern, Bergleuten und selbst Tagelöhner sind keine Seltenheit. Der Familienstand und familiäre Bindungen der Erblasser werden durch Zusätze wie Eheleute, wiederverheirate, Witwe bis hin zu unverehelicht oder Geschwister angeführt.
Die in den Akten enthaltenen Verfügungen zeugen vom Willen des Erblassers über die Verteilung seines Vermögens unter seinen Erben. Angaben zur Hinterlassenschaft ermöglichen Einblicke in dessen Besitz- und damit auch seine Lebensverhältnisse. Angaben zu vererbtem Grundbesitz ermöglichen Bezüge zu den Grundakten und Grundbüchern. Informationen zu den Abkömmlingen, Geschwistern, verstorbenen Ehepartnern usw. eröffnen die Möglichkeit zur Rekonstruktion von Familienkonstellationen. Niedergelegte Erwägungen des Erblassers zur Verteilung seines Erbes gewähren Einblicke in sein persönliches Verhältnis zu Familienangehörigen und Dritten.
INFO
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Bohlweg 2, 48147 Münster
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