Viel mehr als mehr als Hocken vor alten Akten
Ahaus. Arbeiten im Stadtarchiv – das ist mehr als stundenlanges Hocken vor alten Akten. Diese Bilanz zieht Schülerin Noa Lombeck nach ihrem Praktikum.
Noa Lombeck besucht die Einführungsphase an der Ahauser Irena-Sendler-Gesamtschule. Für ihr Praktikum suchte sich Noa Lombeck einen sehr speziellen Beruf aus und schnupperte ins Arbeitsleben eines Archivars bei der Stadt Ahaus, wie die Stadt mitteilt.

lombeck noaIhre Erfahrungen hat sie so zusammengefasst: „In einem dunklen Keller ohne Fenster mit gekrümmtem Rücken über staubigen Akten hocken, das ist für viele noch immer das dominierende Bild des Archivars in unserer Gesellschaft. Die Stereotype halten sich hartnäckig, aber in meinem zweiwöchigen Praktikum im Stadtarchiv Ahaus habe ich gelernt, dass der Job des Archivars mehr als nur stundenlanges Hocken vor Akten erfordert.

Akten reinigen und Papierfischchen bekämpfen
Bestandserhaltung ist hier ein großes Thema. Sprich: Akten pflegen. Und das so, dass sie auch noch für zukünftige Generationen in einem guten Zustand erhalten bleiben. Hierbei erfolgt eine generelle Reinigung der Akte, ein kurzer, vor allem vorsichtiger Wisch mit dem dafür ausgelegten Schwamm sowie das Entfernen jeglicher metallhaltiger Dinge, die rosten könnten. Die Akte wird dann in eine säurefreie Mappe gelegt und findet anschließend ihren Weg in einen ebenfalls säurefreien Karton, der geordnet ins Archivmagazin im Keller gestellt wird.

Aber auch unten im Archivmagazin hört die Arbeit nicht auf. In einem separaten Raum werden die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeiten aller Archivräume gemessen und regelmäßig dokumentiert, um sicherzugehen, dass das Papier sich in einer geeigneten Umgebung befindet. Auch Papierfischchen sind eine Bedrohung und werden deshalb auch mit Fallen und designiertem Klebeband bekämpft.

Auch soziale Kompetenz ist wichtig
Was wohl oft unterschätzt wird, ist die nötige Sozialkompetenz für den Job. Menschen von überall her betreiben Ahnenforschung und die Annahme sowie Abholung von Unterlagen, die ins Archiv aufgenommen werden, benötigen Geduld und Interesse. Eine gute Zusammenarbeit mit Heimatvereinen in der Umgebung sowie ehrenamtlichen Privatpersonen ist hier essenziell. Das gleiche gilt auch für die Übergabe von Archivgut an andere Archive. Jeden Tag können neue Anfragen aus aller Welt in die Mails flattern und in einer Suchreise nach Informationen im Archiv enden. Zeitungen, die bis in die 1880er-Jahre zurück digitalisiert worden sind, können hier eine Hilfe sein. Ebenso Akten wie Personenstandsbücher, die bis in das neunzehnte Jahrhundert zurückgehen.

Die Nutzung des Archivs zur privaten Recherche ist völlig kostenlos. Sei es Interesse an Gründen, die dazu geführt haben, dass Menschen im vergangenen Jahrhundert angezeigt wurden oder Interesse an den heimlichen Nachrichten, die die Geheime Staatspolizei unter sich verschickte, ohne dass die Allgemeinheit ein Auge auf sie warf: Das Archiv beherbergt ungesehene Schätze.“

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