Gisbert Strotdrees vom "Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben" erhält den Fritz-Reuter-Literaturpreis 2020.
 
 
"Im Anfang war die Woort" © Ardey Verlag
"Heuernte" - dieses Gemälde von Peter August Böckstiegel ziert den Titel des prämierten Buches.
Jeder Acker, jede Weide und jedes Waldstück trägt einen eigenen Flurnamen. Esch, Geist, Kamp, Brink, Waldemei oder Kopp – diese und andere Flurnamen wurden jahrhundertelang mündlich überliefert und schließlich im 19. Jahrhundert aufgeschrieben.
 
 
 
 
Der Fritz-Reuter-Literaturpreis 2020 geht an den Redakteur und Historiker Gisbert Strotdrees vom „Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben“. Die Auszeichnung erhält der Autor für sein Buch "Im Anfang war die Woort – Flurnamen in Westfalen", das 2017 erschienen ist. Das Buch ist aus einer Artikelserie im Wochenblatt hervorgegangen. Für ein breites Publikum hat Strotdrees darin die Erkenntnisse des wissenschaftlichen Langzeitprojekts "Westfälischer Flurnamenatlas" aufbereitet, das die Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens (LWL) durchgeführt hat.
 
"Faszinierender Blick auf Geschichte der Landschaft"
„Sprachgeschichte, Sprachgeographie, Siedlungs- und Landwirtschaftsgeschichte werden zu einer hochinteressanten Lektüre für jedermann verwoben“, urteilt die Jury über das Buch. In Text und Bild biete es einen „ungewohnt faszinierenden Blick auf die Geschichte der Landschaft und der Menschen und der niederdeutschen Sprache“. Und weiter:
 
 
„Strotdrees verdichtet und übersetzt sprachwissenschaftliche Grundlagenforschung so hervorragend, dass Zusammenhänge, Besonderheiten und Entwicklungslinien von Sprache und Landschaft klar vor Augen treten. Sprachlich und fachlich überzeugend schafft er etwas, das nach einhelliger Meinung der Jury beispielgebend für viele weitere Regionen ist.“
Die Flurnamenforschung erweise sich bei Strotdrees als ein übergreifendes und berührendes Forschungsgebiet. Das Buch zeige exemplarisch, wie aus Wörtern Namen würden und über Generationen in der naturräumlichen Umgebung des Menschen gespeichert werden. „Strotdrees macht Lust, genauer hinzusehen“, schreibt die Jury.
 
Zudem sei das Buch eine Reise in den niederdeutschen Sprachkosmos, auch in (scheinbar) untergegangene Sprachwelten. Das Buch zeige den Wandel von Natur und Landschaft und deren Wahrnehmung durch eine niederdeutsch sprechende, weitgehend ländlich-bäuerliche Bevölkerung. Es seien häufig die einzigen sprachlichen Zeugnisse, die diese Bevölkerungsmehrheit verbreitet und hinterlassen hätten. Und diese mache Strotdrees lesbar.
  
Literaturpreis wird seit 1999 vergeben
Der mit 2.000 € dotierte Literaturpreis erinnert an den Schriftsteller Fritz Reuter (1810-1874) und wird seit 1999 jährlich vom der Stadt Stavenhagen, der Geburtsstadt Reuters, und dem dortigen Fritz-Reuter-Literaturmuseum vergeben. Gewürdigt werden Prosa und Lyrik in niederdeutscher Sprache, sprachwissenschaftliche Arbeiten oder Projekte zur Förderung des Niederdeutschen.
Die Preisverleihung findet traditionell am 7. November, dem Geburtstag Fritz Reuters, in Stavenhagen statt.
 
topagrar.com  12.10.2020 

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