Schätze in Herbern gefunden

Vor 30 Jahren wollte Jürgen Große-Budde seinem Vater zum Geburtstag eine Überraschung machen und suchte im alten Wohnhaus nach alten Erinnerungsstücken. Was er dann in Herbern fand, hat ihn selbst verblüff
Jürgen Große-Budde bewahrt mehr als hundert Jahre alte Erinnerungsstücke
Eine Schachtel mit Schwarz-Weiß-Bildern, eine Mappe mit Aufsatzheften von 1889 und anderen, mehr als 100 Jahre alten Unterlagen sowie ein großes Buch mit etwa 200 ebenso alten Postkarten. Jürgen Große-Budde, der sich nach unserer Heimatserie mit den alten Postkarten gemeldet hat, hat viele historische Stücke mit im Gepäck.

Griffelkasten und Schiefertafel
Gefunden hat der 53-Jährige sie in dem einstigen Wohnhaus seines Vaters in Herbern. In dem Raum, den sich wohl sein Vater damals mit seinem Bruder geteilt hat, liegen die Erinnerungsstücke schon seit Jahren – umhüllt von Spinnengewebe und Staub. Daneben hat er einen Griffelkasten und eine Schiefertafel aus der Schulzeit des Vaters, der 1939 geboren wurde, gefunden.
„Mein Vater war perplex, dass ich die Sachen gefunden habe“, sagt Jürgen Große-Budde. Zum 50. Geburtstag wollte er seinem Vater mit den alten Erinnerungsstücken eine Freude machen. „Jeder hat gesagt, dass es in dem Haus nichts gibt“, erzählt Große-Budde. Dass er solch einen großen Fund macht – damit hätte er selbst allerdings nicht gerechnet.

Fund vor 30 Jahren gemacht
Das ist nun schon fast 30 Jahre her. Seitdem liegen die alten Schätze bei Jürgen Große-Budde im Haus in Stockum verborgen. Das einstige Wohnhaus seines Vaters in Herbern, in der lange Zeit noch eine Tante gewohnt hat, ist mittlerweile abgerissen. Vorher hat Jürgen Große-Budde noch die Unterlagen und Postkarten gesichert. Für ihn ist das eine Herzensangelegenheit. Auch wenn er manchmal gar nicht genau weiß, woher die teils noch recht gut erhaltenen Dinge stammen.
Einige der Erinnerungsstücke, die nun vor ihm auf dem Tisch liegen, kann er sofort zuordnen. Etwa das Rechenheft für Volksschulen aus dem Jahr 1946 oder das Schulheft für das Fach Rechnungswesen von 1954. Das gehörte alles seinem Vater. Woher aber der Militärpass von 1895, die Fotos von den Olympischen Spielen 1936 oder der Kaiser-Wilhelm-Orden aus dem Jahr 1829 stammen, kann Große-Budde nicht sagen.

Postkarte vom 1. Januar 1899
Eine Verbindung zu den Familien Heitbaum und Großerichter gibt es in jedem Fall. Viele Postkarten, die sich in dem großen Album befinden, sind an Fräulein Anna Heitbaum adressiert. „Das war die Mutter meiner Großmutter, die einen Großerichter geheiratet hat“, erklärt Jürgen Große-Budde. Sie erhielt etwa Urlaubsgrüße aus Duisburg, Münster, Hamm, Haltern, Trier, Wilhelmshaven oder Coesfeld. Einige der Karten, darunter auch einige, die Herbern zeigen, sind mehr als 100 Jahre alt. Eine ist etwa auf den 1. Januar 1899 datiert.
 
 
Es ist eine bunte Sammlung – von der Feldpostkarte von 1915 über romantische Liebespaare bis hin zu kitschigen Grußkarten zu Pfingsten oder zum Namenstag. All diese Andenken, die jemand sorgfältig im Album aufgehoben hat, möchte Jürgen Große-Budde der Öffentlichkeit zeigen.

Er wolle nichts davon verkaufen. Der 53-Jährige möchte die historischen Schätze bewahren und dem Heimathaus in Herbern anbieten. „Ich würde die Sachen nie wegwerfen“, sagt er. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, möchte sich Jürgen Große-Budde bald mit der 104 Jahre alten Tante seines Vaters treffen, die heute im Seniorenheim lebt. Vielleicht kann sie jemanden auf den alten Fotos erkennen.
 
Mit Fotostrecke
https://www.ruhrnachrichten.de/herbern/web-artikel-1278989.html
von Andrea Wellerdiek
Herbern 24.04.2018

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