Bei ihrem Besuch in Vreden wohnten die Gäste aus Amerika auf dem Bauernhof der Familie Terbrack in Großemast. „Das hat auch seine ganz besondere Bewandtnis". erklärte Heinrich Terbrack. „Denn unser landwirtschaftlicher Betrieb ging aus dem früheren Hof „Vennewartloe“ hervor und ist noch heute unter dem Namen „Vennfertloh“ bekannt."
Bei den Recherchen machte Ludger Wenning-Schlottbom eine Entdeckung. Wie die anderen einstigen Häuser ist auch das Kötterhaus, das die Familie zwischen 1756 und 1823 bewohnte, nicht mehr im Ebbinghook vorhanden, aber trotzdem existiert es noch. Das damalige Wohnhaus der Auswandererfamilie hat die Zeiten überdauert, ist heute als „Schlüters Kotten" bekannt und seit 1983 Teil der Museums- Hofanlage im Vredener Stadtpark.
Die Überraschung ist geglückt - die Besucher aus Amerika waren den Tränen nahe, denn mit so einer authentischen Konfrontation der eigenen Familiengeschichte hatte niemand gerechnet.
..Unglaublich! So nahe waren wir unseren Vorfahren noch nie. Mit diesen lebendigen Eindrücken kann man sich nun vorstellen, dass das Leben In der Mitte des 19. Jahrhunderts für unsere Vorfahren sehr hart gewesen sein muss", waren sich die Venverlohs einig.
In jener Zeit herrschte auch In Westfalen große Not, sodass die Verlockungen zum Auszug In die „Neue Weit" jenseits des Atlantiks in die USA ein besseres Leben versprachen. Vom Hof Vennewartlo-he kommend zogen im Laufe der Jahrhunderte einige Familienmitglieder In die weitere Umgebung. So begründete Gerhard Venvertloh/Venne-vertloo ab 1739 einen bis heute vielfältig bestehenden Zweig der Familie in Eibergen-Rekken (NL). Engelbert Venvertloh heiratete 1738 nach Amsterdam und Bernard Venvertloh heiratete 1734 auf einem Bauernhof in Winterswijk (NL) ein.
Joan Vennevertloh hatte sich 1741 auf einen kleinen Heuerlingshof in Südlohn/Oeding-Nichtern (heute Sickinghook) eingeheiratet. Fünf seiner Enkel, Kinder seines Sohnes Joan Heinrich Venvertloh, geboren 1760 in „Schlüters Kotten" in Südlohn -Eschlohn, sind jeweils mit ihren Familien in die USA ausgewandert.
Heute gibt es viele Familien mit dem Namen Venverloh im Raum St. Louis und Venvertloh In Quincy. In Deutschland dagegen ist der Name nur noch vereinzelt zu finden lediglich in Gelsenkirchen und in Andernach, vormals Duisburg, gibt es noch den Familiennamen Venfertloh. Die Familien haben ihren Ursprung ebenfalls auf dem Hof in Großemast.
Münsterland Zeitung 09.05.2018


