Eine Geschichte der Emigration im 19. Jahrhundert, dargestellt am Beispiel der Stadt Quincy, Illinois

Vor einigen Jahren erschien in Amerika das Buch von Michael K. Brinkman „Quincy, Illinois, Immigrants from Münsterland, Westphalia, Germany“. Der Autor, ein Historiker, der selbst von Einwanderern aus Heiden/Westf. abstammt, hat in jahrelangen Recherchen die Herkunft vieler deutschstämmiger Familien seines Heimatortes Quincy, Illinois, erforscht. Insgesamt sind es 1456 Personen, deren Herkunft aus dem Münsterland er dokumentieren konnte. Ihre Kurzbiographien faßte er in einem Buch zusammen.

Um aber Entwicklung und Schicksal der deutschstämmigen Bevölkerung anschaulich zu machen, hat er seinem Werk einen Textband vorgeschaltet, der detailliert und historisch belegt die Geschichte der Auswanderung aus dem Münsterland beschreibt. Er zeigt auf, welche Beweggründe es waren, die die Menschen zur Auswanderung veranlaßten, wie das Verfahren der Emigration lief, welche Reisewege über den Ozean und dann in Amerika die Emigranten wählten und welche Lebensumstände sie in der neuen Heimat erwarteten. Quincy darf als ein typisches Beispiel einer kleinen Stadt aus dem Mittleren Westen gelten, der ja das bevorzugte Ziel besonders für Münsterländer war. Man spricht sogar von der „plattdeutschen Prärie“. Über viele Jahrzehnte im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhundert entwickelte sich ein reiches kulturelles Leben nach deutschem Vorbild und in deutscher Sprache. Es gab deutsche Kirchengemeinden, Schulen und Vereine. Erst die Frontstellung während des Ersten Weltkrieges brachte das Deutschtum in Amerika in Schwierigkeiten, die zum Teil in Verfolgung und Unterdrückung ausarteten.

Diese Entwicklung, die sich so oder ähnlich in vielen Gemeinden in Amerika abspielte, beschreibt der Autor lebendig und mit vielen zeitgenössischen Berichten, z. B. aus Tageszeitungen, untermauert. Das Buch enthält eine „Historische Zeittafel für das Münsterland“, mehrere Karten. Zum Nachschlagen dient der Namensindex der Emigranten. Die benutzten Quellen sind akribisch dokumentiert.

Das Buch bietet eine Fülle von Informationen für Genealogen und Historiker, ist aber auch in seiner anschaulichen und flüssigen Form eine ansprechende Lektüre. Bisher lag es nur in seiner amerikanischen Ausgabe vor. Um es allen zugänglich zu machen, hat Ingrid Seliger den Textband übersetzt. Da die erste Auflage vergriffen ist, wurde jetzt eine zweite durchgesehene Auflage gedruckt, die um die vollständige Liste der Auswanderer ergänzt ist. Zum Preise von 15 € ist das Buch, das im Selbstverlag erschien, bei der Übersetzerin Ingrid Seliger erhältlich (Versandkosten 2,50 €).  

Kontakt

Ingrid Seliger
Vredestrasse 6
48720 Rosendahl-Osterwick
Tel. 02547/529

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