Ein Dokumentenschatz, prall gefüllt mit Liebesbriefen und Ansichtskarten, mit Feldpost und Alltagsschreiben. Aus dem Nachlaß meiner Mutter ist eine ungewöhnliche Familienchronik über die Menschen vom Gut Schulze Althoff im westfälischen Ostbevern entstanden.

Die Generationenfolge umfaßt die Jahre 1660 bis heute. Sie zeigt das Beziehungsgeflecht der Familie des Gastwirts Heinrich Wilhelm Schulze Althoff (1840–1913) mit elf Kindern und 30 Enkeln sowie der bäuerlichen Familien seiner Geschwister Schulze Velsen, Bölling, Schulze Dieckhoff gnt. Schulze Holsen, Schulze Althoff und Schulze Tertilt im Münsterland. 

Zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens und der katholischen Kirche werden porträtiert, wie beispiels­weise Hugo Althoff (1884–1960), bis 1933 Senator der Freien Stadt Danzig. In einem bisher unveröffentlichten Auf­satz erzählt er von der 1000jährigen Geschichte des Schul­­zenhofs Althoff. Erstmalig wird die sozialpolitische Bedeutung des charismatischen Priesters Anton Tertilt (1873–1926) aus Everswinkel gewürdigt. Und was hat das erste Wunder der seligen Clemensschwester Maria Euthymia (1914–1955) mit der Familie Althoff zu tun? Von eher weltlicher Natur sind dagegen die Berichte über die Vergnügungsstätte Gertrudenhof in Münster und den atlas-Filmverleih in Duisburg. Unübersehbar sind die starken Frauen in der Familie, die nach dem Tod oder dem Ausfall der Männer ihre Familien und Betriebe zusammenhalten oder auch um ihre Liebe kämpfen.

Mit über 1.700 Photos und Dokumenten sowie Zeitungsartikeln wird Leben und Schicksal zahlreicher Per­sonen in einem umfassenden Panorama auf 770 Seiten beleuchtet. 

Die Sippenliste von 1956 zeigt die Verflechtungen vieler Familien, ergänzt durch 80 Totenzettel, der älteste von 1852. Ein Namensregister mit 2.500 Einträgen vervollständigt diese umfängliche Enzyklopädie zur westfälischen Familiengeschichte.

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